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Was hat die Atmung mit der Fähigkeit, Entscheidungen zu fällen, zu tun?


Treffe innerhalb von maximal 7 Atemzügen Deine Entscheidungen!
Treffe innerhalb von maximal 7 Atemzügen Deine Entscheidungen!

Vielleicht kennst Du diese Situation, Du hast bereits einen angespannten Tag sei es beruflich oder privat und hast das Gefühl von einer Sache in die nächste zu fallen und musst zu allem Übel auch noch eine kurzfristige Entscheidung treffen und das machst Du auch und ärgerst Dich kurz danach, weil die Entscheidung für Dich gefühlt nicht richtig war. Aber was hat dies mit Atmung zu tun?


Ich gebe Dir ein Beispiel aus einem Workshop eines Achtsamkeitslehrers. Er hatte die Herausforderung mehrere Team Mitglieder zu einer Entscheidung zu bewegen und der Anfang des Seminars lief nicht gut. Keines der Mitglieder war kooperationsbereit und eine riesen Diskussion brach unter den Mitgliedern aus. Diese wurde von dem Lehrer bewusst in Kauf genommen. Nach 15 Minuten unterbrach er die Diskussionen abrupt und fragte was passiert sei? Wir kommen einfach zu keiner Einigung. Danach bat er alle Teilnehmer sich hinzusetzen und an einer geführten Meditation teilzunehmen. Das Ergebnis hier war, dass nach der Meditation die Kooperationsbereitschaft der einzelnen Mitglieder gestiegen ist und in kürzester Zeit eine Lösung für die Herausforderung gefunden wurde. Aber was ist passiert? Durch die Meditation konnten sich alle Gemüter abkühlen und in ihre Ruhe finden, was einen klaren Blick auf die Herausforderung ermöglichte.

Im Hagakure dem Leitbuch der Samurai steht, dass ein Samurai innerhalb weniger Atemzüge, aber maximal 7, eine Entscheidung treffen musste. Wenn wir uns das Bild eines Samurai vorstellen, der gerade entscheidet ob er sein Schwert zieht, werden wir folgendes feststellen. Er wird in dem Moment des Ergreifens des Schwertgriffes, leicht gebeugt in den Knien stehen und sich mit dem Boden verbinden. Dies erreicht er dadurch, dass er in seinen Bauch atmet. Dieses tiefe, aber gleichzeitig entspannte Atmen, ermöglicht es dem Samurai in die absolute Klarheit seiner Entscheidung zu kommen und das Schwert zu ziehen und seine volle Kraft und Aufmerksamkeit in den Schwerthieb zu legen. Entscheidet er sich dafür, wird er dies mit aller Konsequenz tun, auch wenn es seinen Tod bedeuten würde.


Stellen wir uns nun vielleicht einen unerfahrenen Samurai vor, der noch nie einen Kampf auf Leben und Tod gefochten hat. Wie würde er aussehen? Wie würde er atmen? Sehr wahrscheinlich würde er Angst haben und dadurch in die Brust atmen und sich nicht optimal mit Sauerstoff versorgen können. Dies würde wieder verhindern, dass er sich mit dem Boden verbindet und er, selbst wenn er es schafft sein Schwert zu ziehen, nicht seine volle Kraft entwickeln kann und im schlimmsten Fall getötet wird. Was auch sein kann und wahrscheinlicher wäre ist, dass er aufgrund der fehlenden Klarheit und Angst es gar nicht schaffen würde, dass Schwert zu ziehen, weil er hin und her gerissen ist zwischen einer Flucht und dem Kampf, und den Kampf ohne sein Schwert je gezogen zu haben, bereits verloren hätte.


Auch wenn wir heutzutage meistens nicht befürchten müssen, den Kopf zu verlieren, ist es doch wichtig zu wissen, wie man schnell in seine Klarheit findet. Nehmen wir hierfür einfach den Merksatz aus dem Hagakure:“ Treffe Deine Entscheidung innerhalb von 7 Atemzügen.“ Aber ändern ihn dahingehend, dass wir mindestens 7-10 tiefe Atemzyklen durchlaufen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Also 7 mal tief ein- und ausatmen. Dabei Atmen wir durch die Nase ein und durch den Mund aus und nutzen dabei unsere Bauchatmung. Dies sorgt für ein Aufklaren des Geistes und verhilft uns eine Entscheidung schneller, bewusster und achtsamer zu treffen.


Also denke an Deine Atmung, wenn Du das nächste Mal eine Entscheidung treffen musst und beobachte was passiert. Dies könnte man auch als das Streben nach Stille im Lärm bezeichnen.


Diesen Beitrag habe ich ursprünglich für das Zentrum für Präventivmedizin geschrieben

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